Montag, 22. September 2008

Kurzzeitparker sind sauer

Kurzzeitparker sind sauer

Nach NHZ-Baubeginn ist Unmut über Veränderungen am Hahner Kreisel groß


Fußgänger haben derzeit schlechte Karten am Hahner Kreisel. Um auf den Busbahnhof zu gelangen, müssen sie wegen der Baustelle für das NHZ große Umwege gehen. Zudem gibt es Kritik an der Verlegung der Taxistellplätze an den Dr. Peter-Nikolaus-Platz, wo nun nur noch zwei Kurzzeitparkplätze zur Verfügung stehen. RMB/Wolfgang Kühner
Vom 20.09.2008

HAHN Sehr unterschiedlich reagierten Taunussteiner Bürger auf den Baubeginn des Neuen Hahner Zentrums im Hahner Kreisel. Unglücklich sind viele über den Verlust der Kurzzeitparkplätze am Dr. Peter-Nikolaus-Platz.


Von

Mathias Gubo

Kurt Stiehler aus Hahn wartet auf ein Taxi. Dabei schweift sein Blick über die Baustelle inmitten des Hahner Kreisels. Dort haben die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Neuen Hahner Zentrums (NHZ) begonnen. Es sei höchste Zeit, dass am Busbahnhof endlich eine Wartehalle und Toiletten gebaut würden, stellt Stiehler fest. Ansonsten ist er in Sachen NHZ eher zurückhaltend: "Erst einmal warten, bis es fertig ist".

Oswald Stöckel, Marktmeister auf dem Hahner Wochenmarkt, hat sichtbar schlechte Laune. Wegen der Bauarbeiten wurden die Kurzzeitparkplätze am Dr. Peter-Nikolaus-Platz nun für die Taxis reserviert, diese mussten vom Busbahnhof weichen. Das sei "ein dicker Hund", schimpft Stöckel, der nicht so recht daran glauben mag, dass Marktbesucher eigens in die Tiefgarage des Rathauses fahren werden, um dort gebührenpflichtig zu parken. "Parkgebühren wirken auf jeden Fall abschreckend".

Ganz schlechte Laune hat auch Michaela Schiller aus Aarbergen, die nach Feierabend ihren Freund vom Busbahnhof abholen wollte und, wie gewohnt, auf den bisherigen Kurzzeitparkplätzen in ihrem Auto gewartet hat. Beim Einbiegen habe sie das neue Schild übersehen und prompt einen Strafzettel von einer Ordnungspolizeibeamtin verpasst bekommen. Was Schiller besonders erbost, ist, dass die Beamtin sich hinter ihr Auto gestellt und sie einfach aufgeschrieben habe. "Sie hätte auch mit mir reden und mich zum wegfahren auffordern können", ärgert sich die Aarbergenerin über diese "echte Frechheit". Schiller hat sich deshalb vorgenommen, Beschwerde bei der Stadt Taunusstein einzulegen und den Strafzettel erst einmal nicht zu bezahlen. Und zum Einkaufen, das steht für sie nach diesem Erlebnis fest, fährt sie nun weiter "lieber nach Wiesbaden".

Auch Mario De Rinaldis findet, "dass die Sache mit dem Taxistand blöd gelöst ist". Diese sollten besser auf dem Marktplatz parken können, schlägt er vor, damit die Kurzzeitparkplätze erhalten bleiben. "Denn sonst haben die Leute keine Lust mehr auf dem Markt einzukaufen".

"Ein Unding" nennt Wolfgang Manteuffel aus Seitzenhahn das geplante NHZ. Das sei "mit Gewalt hineingezwängt", werde auf jeden Fall die Verkehrsbelastung in der Hahner Ortsmitte vergrößern. "Flanieren kann ich mir hier nicht vorstellen", stellt er mit Blick auf den Verkehr im Kreisel fest. Dazu dann noch die Kosten für das Parkhaus. In Taunusstein sei man gewöhnt, für das Parken nichts zu zahlen. "Bei Aldi und toom kann man kostenlos parken", so sein Tipp.

Erwin Raffel aus Wingsbach wundert sich über das "plötzliche Geschrei gegen das NHZ". Die Leute hätten sich viel früher informieren sollen, sagt er. Raffel hat Sorgen um den Einzelhandel, auch und besonders in Wehen und Bleidenstadt. Es werde durch das NHZ auf jeden Fall zu einer Verdrängung kommen, befürchtet er.

Für Cläremie Kouchha ist das NHZ schlichtweg "überflüssig". Der Bauzaun schränke jetzt schon den Blick auf den Kreisel und damit auch den Verkehr ein, mit der Bebauung werde das noch problematischer, so ihre Befürchtung. Auch fragt sich die Hahnerin, wer im NHZ einkaufen soll? Sie gehe viel lieber nach Wiesbaden und Mainz, "schon wegen des Flairs", das es in Hahn nie geben werde.

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/objekt_a.php3?artikel_id=3443247

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